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noch ein Fundstück:

http://www.nascha-radtour.de/baltikum08.html#bericht

Baltikum 2008

Ostsee: Deutschland, Polen, Litauen, Lettland, Estland
insgesamt 2609 km und 8898 Höhenmeter.
(Bericht von Ehrenfried)
 


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Kartenmaterial
 


Übersichtskarte:

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Statistik:

Datum

Strecke

Entfernung

Durchschn

Höhenmeter

   

km

km/h

m

19.06.

Bad Kleinen-Wismar-Werder(Halbinsel)

50

15,5

225

20.06.

Werder-Rerik-Kühlungsborb-Börgerende

48

15,1

241

21.06.

Börgerende-Doberan-Warnemünde-GraalMüritz

52

15

152

22.06.

GraalMüritz-Dierhagen-Born(Darß)-Barth

62

15

82

23.06.

Barth-Stralsund-Reinberg-Stahlbrode

75

15,1

278

24.06.

Stahlbrode-Greifswald-Lubmin-Freest

65

15

191

25.06.

Freest-Peenemünde-Kösrow-Ükeritz

35

12,3

141

26.06.

Ükeritz-Heringsdorf-Swinemünde-Dziwnowesk

68

14,7

259

27.06.

Dziwnowesk-Trzebiatow-Mrzezyno-Kolobrzeg

71

16,3

146

28.06.

Kolobrzeg-Koszalin-Darlowo

85

16,9

311

29.06.

Darlowo-Ustka-Rowy

65

16,3

291

30.06.

Rowy-Luki-Leba

59

12,3

99

01.07.

Leba

22

14,7

21

02.07.

Leba-Chozewo-Karvia-Jasterzebia

83

14,8

511

03.07.

Jasterzebia-Hel-Danzig-Stogi

59

13,5

143

04.07.

Stogi-Orunia-Ledowo-Kiezmark-Marlbork

84

15,7

138

05.07.

Marlbork-Elblag

42

14,7

110

06.07.

Elblag-Kanal-Bucznic-Morag-Kretowny

46

15

305

07.07.

Kretowny-DobreMiasto-Lutry

75

16,1

560

08.07.

Lutry-Swilipka-Ketrzyn-Gizycko

91

16,5

585

09.07.

Gizycko-Olecko-Suwalki

95

17,7

526

10.07.

Suwalki-Sejny-Lazdijai-Krosna-Alytus

122

18

638

11.07.

Alytus-Punia-Prienai-Kaunas

95

18

376

12.07.

Kaunas-Smirsnemune(10km vor Jurbarkas)

86

15,8

284

13.07.

Smirsnemune-Jurbarkas-Visevile

42

17,3

107

14.07.

Visevile-Silute-Klaipeda-Juodkrante

32

15,1

69

15.07.

Juodkrante-Nida

46

14,5

162

16.07.

Nida-Klaipeda-Palanga

90

17,2

220

17.07.

Palanga-Liepaja

73

17,8

76

18.07.

Liepaja-Riga

9

11,8

14

19.07.

Riga-Bergi-Garkalne-Ragana-Limbazi

103

17,1

463

20.07.

Limbazi-Pale-Ainazi-Tahkuranna

109

18,9

156

21.07.

Tahkuranna-Pärnu-Tostamaa

89

17,6

107

22.07.

Tostamaa-Virtsu-Orisaara

82

15,8

162

23.07.

Orisaare-Laimjale-Kaala-Nurste

98

17,8

164

24.07.

Nurste-Kopu-Malvaste-Kärdla-Sääre

94

17,8

212

25.07.

Sääre-Haltermaa-Volgevalja-Haapsalu-Tallinn

42

16,1

81

26.07.

Tallinn

0

   

27.07.

Tallinn-Frankfurt-Mühltal

65

16,1

292

Gesamt

 

2609

 

8898

Bericht:

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Hinter den unterstrichenen Ortsnamen befindet sich jeweils ein Link zu weiteren Informationen, einfach anklicken.

Teil 3, Litauen, Lettland, Estland:

Allgemein: Die drei baltischen Staaten sind relativ dünn besiedelt, die Bevölkerung konzentriert sich in den wenigen größeren Städten. Mit dem Fahrrad fährt man lange Zeit durch waldreiche Gebiete, gelegentlich durch einzelne Höfe unterbrochen. Die Bevölkerung ist Deutschen gegenüber sehr aufgeschlossen und hilfsbereit.

In Litauen ging die Fahrt zuerst weiter auf der 132 bis Lazddijai, dort bogen wir ab auf eine Nebenstraße Richtung Krosna, eine leicht hügelige Landschaft, viele Wiesen, kaum Autos. Als wir einmal anhielten, hörten wir nur das Summen der Insekten. Nachmittags gegen 16:00 Uhr fuhren wir an einem Zeltplatz vorbei. Da wir kaum litauisches Geld hatten, fuhren wir weiter. Im nächsten Ort gab es allerdings weder ein Unterkunft noch ein Geldinstitut. Wir entschlossen uns jetzt, die Nebenstrecke zu verlassen und fuhren auf der Hauptstrasse mit viel LKW-Verkehr noch bis Alytus. Dort fanden wir gegen 20:00 Uhr noch ein Hotel und einen Geldautomaten.

11.07. Von Alytus bis Punia ging es weiter auf der Hauptstraße 129 mit mäßigem Verkehr. Der auf unserer Karte verzeichneten Radweg ab Punia gibt es nicht, daher weiter auf den Hauptstraßen A16/130 bis hinter Prinai, war nervig. Die letzten 30 km bogen wir ab auf eine etwas längere Nebenstraße, war auf jeden Fall richtig entschieden! Vor Kaunas nahm auch hier der Verkehr zu und die letzten 10km bis in die Innenstadt war eine Tortur. Extrem rücksichtslos überholten uns die Fahrer der öffentlichen Busse! Übernachtung in Kaunas ist relativ teuer, wir fanden ein Appartement für 150 Lts, ca 45 EUR. Abends noch Stadtbesichtigung und Altstadt.

12.07. Heute ging es Richtung Westen, Fernziel Kleipeda. I.W. fuhren wir auf der 141 mit viel Verkehr, der nachmittags wegen des Wochenendes etwas nachließ. Der Wind war allerdings den ganzen Tag gegen uns. Wir campierten auf einem Campingplatz ca 15 km vor Jurbarkas, der allerdings erst im Aufbau war. Daher noch mit Dusche im Holzverschlag und einem Plumpsklo. Kam uns ganz schön abenteuerlich vor. Der Besitzer des Platzes ist sehr hilfsbereit, es war für ihn selbstverständlich, daß er uns mit dem Auto in den nächsten Ort zum Einkaufen fuhr, danke.

13.07. Wegen Regen sind wir erst sehr spät aufgebrochen. In Visevile wollten wir uns ein Quartier suchen. Die Ortsbewohner schickten uns vor und zurück, leider gab es absolut keine Herberge. Bei der Suche hatte uns schon ein jüngerer Mann geholfen, den wir dann wieder getroffen haben. Er bot uns an, daß wir bei ihm im Garten unsere Zelte aufschlagen konnten. Wunderbarer Rasen, direkt an einem See gelegen, ein wirklich schöner Platz.

14.07. Frühmorgens wurden wir durch Tropfengeräusche wach - Dauerregen!! Nach einiger Warterei fragten wir den Garteneigentümer nach einer Möglichkeit weiter zu kommen. Er organisierte seinen Vater, der einen Kleintransporter fuhr. Er brachte uns freundlicherweise bis nach Silute. Wir durften ihm gerade das Benzingeld erstatten, mehr ließ er nicht zu. Jedenfalls vielen, vielen Dank! Von Silute wollten wir mit der Fähre nach Nida fahren. In der Touristinfo erfuhren wir, daß aus allen naheliegenden Häfen in den nächsten Tagen keine Fähren fahren wegen des schlechten Wetters. In Silute wollten wir auch nicht bleiben, also versuchten wir ein öffentliches Verkehrsmittel in Richtung Klaipeda zu finden. Ein Zug fuhr erst am nächsten Tag, also versuchten wir es mit dem Bus. Der erste Bus war zu klein, der zweite war größer und hatte ein Unterflurgepäckabteil. Mit Vorderrad raus, Gepäck total abnehmen, Lenker schräg stellen usw. konnten wir unsere Räder im Bus verstauen und kamen so trocken in Klaipeda an. Der Regen hatte zwischenzeitlich aufgehört und wir fuhren noch auf die Kurische Nehrung bis Juodkrante.

15.07. Heute ein Fastruhetag. Wir fuhren mit vielen Pausen vorbei an Dünen und durch eine ruhige, schöne Landschaft bis nach Nida. Mittags kehrten wir noch in ein Fischrestaurant ein, die es hier in großer Zahl gibt. Auf dem Zeltplatz in Nida mussten wir immerhin 40 Lts (ca 14 EUR) pro Person berappen, wahrlich westliche Preise! Sowohl auf dem Zeltplatz und als auch in Nida waren fast nur Deutsche, die Litauer meiden wohl dies teure Pflaster. Die Restaurants in Nida gehörten ebenfalls zu den hochpreisigen. Abends noch ein wenig durch Nida geschlendert.

16.07. Das Thomas-Mann-Haus in Nida sieht wie ein typisches Haus auf der Kurischen Nehrung aus. Naja, wir haben es wenigstens gesehen! Frühmorgens fuhren wir auf dem wunderschönen Radweg über die Kurische Nehrung, mittags noch kurz durch Klaipeda, das Ännchen von Tharau muß man gesehen haben. Dann weiter bis Palanga i.W. auf dem RadwegNr. 10. Zwischendurch haben wir den Radweg wegen mangelnder Beschilderung verloren, nach etwa 10 km trafen wir wieder auf ihn. In Palanga nahmen wir den ersten Zeltplatz, wir wussten nicht, daß dort noch 5 weitere Plätze kommen. Für etwa 8 EUR pro Person konnten wir immerhin einen Wassereimer zum Waschen benutzen, die "Toilette" benutzten wir nicht, da war uns die freie Natur doch lieber. Aber der Zeltplatz war immerhin von Litauern gut besucht, eben andere Ansprüche an die sanitären Bedingungen.

17.07. Auf litauischer Seite fuhren wir fast bis zur Grenze einen ruhigen Radweg, auf lettischer Seite ging es über eine stinklangweilige Strasse (A11) bis nach Liepaja. Die Strasse verläuft fast nur geradeaus, keine Siedlungen, nur rechts Wald und links Wald, die Autos sieht man schon in 5 km Entfernung, selten eine Straßenkreuzung. In Liepaja finden wir ein Hostel für ca 33 EUR für 2 Personen.

18.07. Wegen langweiliger Strecke nehmen wir den Zug bis Riga, es fährt allerdings nur ein Zug täglich, frühmorgens 6:00 Uhr! Dafür sind wir dann schon kurz nach 9:00 Uhr in Riga. Nachdem wir unsere Zelte auf dem Campingplatz in Riga aufgeschlagen haben, erleben wir nachmittags eine wirklich schöne sehenswerte Stadt mit interessanten Jugendstilhäusern, Klassizismus, riesige sakrale Gebäude und bunten Markthallen.

19.07. Aus Riga fuhren wir auf der Brivibas-iela bis Bergi. Früher war diese Straße sicher eine bevorzugte reiche Wohnstraße, davon zeugen die zahlreichen prachtvollen Jugendstilhäuser. Heute ist diese Straße eine 6-spurige Autostraße mit viel Verkehr, eine Entwicklung im mobilen Zeitalter. Ab Bergi ging es auf Nebenstrassen vorbei an einem See mit riesigen Villen für reiche Vorstadtbewohner Rigas. Später ging es auf die Autobahn A2, ging recht gut auf dem 2,50m breiten Standstreifen. Erlaubt? Der Radführer wies hier einen Radweg aus. Bis Ragana dann die A3, ab Ragana die P9 mit relativ wenig Verkehr. In Birini besichtigten wir kurz das prächtige, neogotische Schloss Birinu aus dem 19. Jhd. Dann weiter in das fast tote Kaff Limbazi. Der Zeltplatz in 100m Entfernung war beim besten Willen nicht zu finden, das Hotel in 200m Entfernung gab es ebensowenig. Wir fanden schließlich ein Hotel, welches erst 1 Woche später Eröffnung hat, durften aber dort übernachten. Immerhin gibt es in Limbazi drei Lebensmittelgeschäfte, aber kein Restaurant.

20.07. Von Limbazi bis etwa 10 km vor Salacgriva fuhren wir bei schönstem Wetter auf einer leeren asphaltierten Nebenstrasse. Dann sahen wir in der Ferne eine riesige Staubwolke. Jetzt ging es 7 km über eine staubige Schotterpiste, die letzten Kilometer bis Tahkuranna fuhren wir wieder auf der Hauptstraße.
Später trafen wir Radfahrer, die die in diesem Bereich die Hauptstraße A1 gefahren sind. Geht auch, wenn man viel Verkehr ertragen kann, ich würde die etwas längere Nebenstrecke jederzeit vorziehen. Die Baustellen auf der Hauptstraße, die im aktuellen Radführer erwähnt werden, gibt es nicht mehr.

21.07. Heute folgten wir dem Radweg Eurovelo1, bis Pärnu Hauptstraße, dabach Nebenstraßen, alles Asphalt. Wir wollten in Tostamaa übernachten, dort gab es allerdings keine Möglichkeit, erst 10 km weiter fanden wir ein Hostel für ca 33 EUR pro Person, etwas zu teuer für den Gegenwert.

22.07. Auf ruhiger Nebenstraße ging es weiter auf dem hier gut ausgeschilderten Eurovelo1. Kurz vor Virtsu ging es ca 2 km über Staubschotter, gräßlich. Ich dachte, mein Vorderrad ist locker. Aber besser bei Trockenheit über eine solche Straße als bei Regen durch Matsch. Dann ging es noch ca 10 km auf festem Waldweg, bis wir in Virtsu die Fähre nach der Insel Muhu-Saar erreichten. Auf Muhu-Saar sollte man auf jeden Fall den etwas weiteren Radweg durch den Norden dieser Insel fahren, erst bunte Wiesen, später fast Tundralandschaft, sehr interessant und abwechslungsreich. Auf die Insel Saaremaa fuhren wir über eine Brücke bei steifen Gegenwind. In Orisaare suchten wir wegen des regnerischen Wetter ein festes Quartier.

23.07. Auf Eurovelo1 ging es bis Kaala immer durch Wald. In Kaala befindet sich ein Riesenkrater von ca 100 m Durchmesser. Dort ist zur Steinzeit ein Meteorit eingeschlagen. Auf der Weiterfahrt nach Kuresaareimmer durch Wald-Wald-Wald kehrten wir schließlich um zur Fähre nach Leisi zur Insel Hiiuma. Nach der Fähre fuhren wir noch etwa 10km, bis wir einen super Zeltplatz fanden.

24.07. Auf der einsamen Hauptstraße -rechts Wald, links Wald- fuhren wir bis zum Leuchtturm von Korpu, der älteste Leuchtturm an der Ostsee. Dann fuhren wir den Zeltplatz bei Malvaste an, ein herrlich gelegener Platz, aber auf dem ganzen Weg fanden wir keinen einzigen Einkaufsladen, und auf dem Zeltplatz gab es auch nichts zu kaufen. Also weiter nach Kärdla. Nach dem Einkauf fuhren wir zum nächsten Zeltplatz, total ausgebucht wegen einer Hochzeit. Den nächsten Zeltplatz bei Sääre fanden wir mehr durch Zufall, nachdem wir zweimal vorbei gefahren waren. An der Straße war nur ein Hinweis auf einen Rastplatz.

25.07. Gemütlich rollten wir frühmorgens zur Fähre in Helterma nach Haapsalu, welche erst um die Mittagszeit fuhr. In Haapsalu besichtigten wir die alte sehenswerte Festung, bis wir mit dem Bus nach Tallinn fuhren. Lenker quer, Vorderrad raus, wir hatten schon etwas Übung. In Tallinn übernachteten wir auf dem Zeltplatz am Marinehafen, etwas besser als der stadtnahe kommunale Zeltplatz. Dort trafen wir übrigens einige Radler, die wir schon vorher auf anderen Plätzen im Baltikum kennen gelernt hatten.

26.07. Besichtigung von Tallinn. Tallinn ist eine alte Hansestadt mit alten prachtvollen Häusern, an denen man den ehemaligen Reichtum der Stadt erkennen kann. Eine geführte Stadtbesichtigung mit Doppeldeckerbussen, die uns von anderen Radfahrern empfohlen wurde, haben wir wegen Trödelei am Morgen leider verpasst. Aber auch zu Fuß und ohne Führer findet man alle wichtigen Sehenswürdigkeiten.

 

 

27.07. Heute Rückflug: 3:00 Uhr Aufstehen, Zelt usw. einpacken, 4:00 Uhr Abfahrt vom Campingplatz, 5:00 Uhr am Flughafen. Die Fahrräder ließen wir am Flughafen in Folie einpacken und ab ging es in die Luft nach Frankfurt.

  

 

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